Über 100 Jahre im Dienst der Gemeinde
Die Freiwillige Feuerwehr Rettenschöss blickt auf eine lange Tradition zurück. Seit der Gründung am 30. Oktober 1921 sind unsere Kameradinnen und Kameraden ehrenamtlich für die Sicherheit der Bevölkerung in Rettenschöss und Umgebung im Einsatz — mittlerweile in der 4. Generation.
Dank an unseren Chronisten
Großer Dank an Alexander Buchauer, der die Geschichte des Feuerwehrwesens in Rettenschöss und der Unteren Schranne, sowie des Kaiserwinkels stets bereit hält!
Seine akribische Recherche, das Zusammentragen der Originalquellen und das Verfassen der Chronik ist ein unschätzbarer Beitrag zur Erinnerungskultur unserer Feuerwehr.
📚 Quellen
Die Chronik stützt sich auf folgende historische Quellen:
👥 Der Ausschuss
Das Führungsteam der Freiwilligen Feuerwehr Rettenschöss.
Mustermann
ITler
✍️ Wort des Verfassers
„Fast hundert Jahre Feuerwehr Rettenschöss„ — warum dieser außergewöhnliche Titel?
Rettenschöss hatte bereits 1905 eine ausgerüstete Löschgruppe und sogar eine „Spritzhütte„. Von da an sind Tätigkeiten der „Feuerwehr„ Rettenschöss belegt, die Nennung als solche schlug sich in den verschiedenen Berichten in Zeitungen und Einsätzen nieder.
Der geschichtliche Ablauf unserer Feuerwehr seit ihrer Gründung am 30. Oktober 1921 war eigentlich für mich nur eine Abschreibarbeit, beschränkt auf die wichtigsten Meilensteine der 80-jährigen Geschichte.
🙏 Besonderer Dank den Schriftführern
Dies ist alles den Schriftführern zu verdanken:
Besondere Anerkennung gilt Rupert Staffner, der bei seiner Tätigkeit als Schriftführer die gesamten Tätigkeiten der Feuerwehr ab dem Gründungsdatum in einem Begleitheft zusammenfasste.
— Der Autor Alexander Buchauer!
📖 Chronik bis 1900
Das Feuerlöschwesen vor Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Rettenschöss.
📖 Geschichte bis 1900
Feuerlöschwesen und Brandfälle vor Gründung der Feuerwehr Rettenschöss bis 1900
Schriftliche Unterlagen über Brände aus früheren Jahrhunderten und deren Bekämpfung wurden in Rettenschöss bisher nicht gefunden. So manche Jahreszahl am First könnte ohne weiteres auch die Jahreszahl eines vorangegangen Brandfalles sein.
Brandschatzungen bei kriegerischen Auseinandersetzungen sind uns nicht überliefert, selbst in den Jahren 1703 und 1704. Niederndorf und Erl mussten dieses Leid erdulden, besonders Ebbs litt darunter mit nahezu hundert brennenden Häusern. 1809 traf diese Härte noch einmal das Dorf Erl. Es galt sicher, daraufhin über einen gewissen Feuerschutz nachzudenken, besonders bei eng beieinander stehenden Bauernhäuser, bei Wind und bei großer Hitzeentwicklung beim Brandobjekt. Bei solchen Unglücksfällen war man der Naturgewalt ausgesetzt. Ab Beginn des 19. Jahrhunderts konnte man sich wenigstens den wirtschaftlichen Schaden durch Versicherungen etwas abwenden.
1839
Brand zu Schmidthal.
Dienstag, 26. Oktober 1841
Ein Großbrand zerstörte das Pechhäusl, von dort der Brand ausgelöst wurde, und die Bauernhäuser Rettenschöss (Wirt), Hupfen und das Rettenschösser (heute Mauser-) Häusl.
1846
Brand beim Schuler in Ritzgraben.
1867
Abrechnung über die Einnahmen und Ausgaben in der Pfarrgemeinde: „für Spritzen-Probe u. Reparatur 2 f 90 x„ und „für die Feuerspritz-Aufsicht dem Anton Huber 5 f„
Sonntag, 13. Juni 1875
Protokoll über die Beteiligung der Gemeinde Rettenschöss am Feuerlöschwesen mit 25 % (Original nicht vorhanden).
Freitag, 25. Februar 1876
Zur ersten Ausschusssitzung des Bezirks-Feuerwehrverbandes Kufstein (Gründung desselben) war sogar ein Vertreter aus Rettenschöss anwesend. Vermerk bei Rettenschöss: „zu klein„.
1876
Errichtung eines Wasserreservoirs in Niederndorf mit 25 %iger Beteiligung der Gemeinde Rettenschöss.
Datum? 1878
Der Tiroler Grenzbote berichtete:
„(Seltsame Bosheit.) In Niederndorf sind aus dem vesperrten Spritzenmagazin der dort befindlichen Fahr- und von einer Tragspritze mehrere Messingbestandtheile und ein Strahlrohr gestohlen worden, so dass nun beide Spritzen einstweilen unbrauchbar sind.„
Sonntag, 10. Oktober 1880
In der Nacht von Samstag auf Sonntag brannte die Sichel- und Hufschmiede samt Haus des Johann Auckenthaler im Ritzgraben total ab. Die Liegenschaft lag an der Gemeindegrenze, jedoch zu Niederndorferberg gehörig.
Montag, 8. August 1881
Bezüglich eines geplanten Feuerwehr-Gautages in Niederndorf im September erging ein Schreiben des Gemeindevorstehers von Niederndorf an den Bezirks-Feuerwehrverband:
„Nr. 289. Löbl. Vorstehung des Bezirks-Feuerwehr-Vereines!
Gemäß geehrter Zuschrift vom 25. vorigen Monats bezüglich Abhaltung der Feuerwehr-Bezirks-Versammlung in Niederndorf muss leider zur Nachricht gegeben werden, dass die Gemeinde-Vorstehung diese Versammlung aus vielen Ursachen vorläufig noch ablehnen müsse.
Es ist bezüglich der Feuerwehr bisher schon vieles geschehen, wir können uns aber auch mit besten Willen mit anderen Feuerwehren durchaus noch nicht gleichstellen. Die Landgemeinde Niederndorf ist eben zu klein um die nöthigen Requisiten, die noch abgehen anzuschaffen. Die Gemeinden Berg und Rettenschöß, welche jede größer ist, leisten nicht einmal die Hälfte hiezu mitsammen. Die Feuerspritze ist eben für sie nur bei 4 Weilern zuführbar, und das übrige sind verstreute Häuser; daher auch von Seite dieser Gemeinde keine Theilnahme, und kein Sinn für Feuerwehr. …
Für allfällige Ereignisse ist die Gemeinde bezüglich der Feuerwehr so ziemlich vorbereitet, und kann den Anforderungen möglichst entsprechendes leisten, ist aber durchaus noch nicht eingerichtet, um mit anderen Feuerwehren in die Schranken treten zu können. In wenigen Jahren lässt sich vielleicht diesbezügliches erwarten.
Niederndorf, am 8. August 1881 — Peter Waller, Vorsteher„
Montag, 1. November 1886
Kaminkehrermeister Georg Anker aus Ebbs bestätigte den Erhalt von 2 fl für die am 26. Oktober durchgeführte Feuerbeschau in der Gemeinde Rettenschöss.
1886
Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben der drei Fraktions-Gemeinden Niederndorf, Berg und Rettenschöß pro 1886: „… dem Klinger für Feuerspritz führen beim Brand in Ebbs 5 fl, Schmiedarbeit in Pfarrhof-Dachung und Teich 2 fl 28 x (Teich 35 x) … dem Andr. Moser, Prosl, für Teich-, Spritzen- u. Löschrequisiten-Aufsicht 10 fl …„
Vom Abgang von 210 Gulden und 25 Kreuzer traf es Rettenschöss 74 Gulden und 43 Kreuzer.
1887
Jahresrechnung — Feuerbeschau 2 fl.
1888
Voranschlag — Feuerlöschwesen 12 fl.
1890
Feuerlösch-Ordnung des Bezirks-Feuerwehr-Verbandes Kufstein-Rattenberg (gedruckt — GA 1/333).
Samstag, 31. Jänner 1891
Rundschreiben des Bezirks-Feuerwehrverbandes an die Gemeinden:
„Wir beehren uns, mitzuteilen, dass der Kufstein-Rattenberger-Feuerwehr-Bezirks-Verband im letzten Sommer eine Bezirks-Feuerlösch-Ordnung angenommen hat, welche für alle Bezirks-Verbands-Feuerwehren, davon jetzt 10 bestehen, bindend ist. … wir erlauben uns, … denselben beschließen zu wollen, die Bestimmungen der Feuerl.Ordg. zur Durchführung zu bringen … Wir bitten, uns gefl. von dem gefassten Beschlusse des Gemeinde-Rates sowohl als auch über die zur Durchführung der Löschordnungs-Bestimmungen eingeleiteten Schritte seinerzeit gütigst Mitteilung machen zu wollen. … wir empfehlen allen Orten, wo noch keine Freiwilligen Feuerwehren bestehen, solche zu gründen und erwähnen wir, dass unser bayerischer Nachbar-Bezirk Rosenheim in 85 Gemeinden 86 Feuerwehren besitzt während wir unter 36 Gemeinden nur 11 solche zählen …
Mit Wehrmannsgruß „Gut Heil„
Kufstein, 31. Jan. 91
Feuerwehr-Bezirks-Verband Kufstein-Rattenberg„
Mittwoch, 28. Juni 1893
Großbrand zu Osenthal — wahrscheinlich der größte Brand in der Unteren Schranne in Friedenszeiten. Über den großen Brand zu Osenthal gibt es keine Augenzeugenberichte und keine schriftlichen Unterlagen. Während des Heuwendens an der Burger-Leit wurde der Ausbruch des Feuers beim Aigner bemerkt. Sofort stellten alle die Arbeit ein und eilten hin. Die Bekämpfung des Feuers in den entscheidenden Minuten war wegen des Wassermangels aussichtslos. Dutzende Helfer reichten Eimer für Eimer Wasser vom Staudinger Bach herauf, das half aber nicht. Es herrschte starker Wind, der Brand breitete sich bald auf die anderen Gebäude aus. Es folgten brennende Schindeln sogar bis nach Aschau am Buchberg.
Den besten Einblick gibt der Bericht vom 2. Juli 1893 im Tiroler Grenzboten wieder:
„(Großes Schadenfeuer.) Der schön gelegene, von Primau 20 Minuten entfernte Weiler Osenthal, Gemeinde Rettenschöß, wurde am vergangenen Mittwoch den 28. Juni von einer argen Feuersbrunst heimgesucht. Von den sieben, größtenteils schöngebauten Häusern der Ortschaft steht heute nur mehr eines, außerdem das entferntere Schulhaus und das Kirchlein. Das Feuer kam um 12 Uhr mittags zum Ausbruch und griff mit rasender Schnelligkeit um sich. … Dem Altvorsteher Paul Fankhauser, in dessen Haus das Feuer entstand, verbrannte Alles. … Von den Feuerwehren war die Ebbser die erste, welche vollzählig mit Spritze am Brandplatze erschien. Ferner erschienen sind die Feuerwehren von Oberaudorf, Kufstein (21 Mann), Kiefersfelden (36 Mann) und Niederndorf. …
Der Brand von Osenthal hat wieder viele Familien in großes Unglück gestürzt, sie werden der Unterstützung mildthätiger Menschen dringend empfohlen! Die Sparkasse Kufstein hat bereits 300 fl. zur Vertheilung an die armen Abgebrannten übersendet.„
Auch die Innsbrucker Nachrichten vom 1. Juli 1893, Nr. 148, berichteten: „(Schadenfeuer). Mittwoch Mittag ist die Fraction Osenthal der Gemeinde Rettenschöß (Bezirk Kufstein) 4 Bauernhäuser und 2 Zuhäuser abgebrannt. Das Feuer kam im Strohschuppen des Bauern Fankhauser aus.„
In der Zusammenfassung der Feuerwehr Kiefersfelden stand in kurzen Worten: „Ein Teil unserer Wehr ist ausgerückt, aber eine wesentliche Löschtätigkeit war nicht mehr möglich.„
Donnerstag, 15. Februar 1894
Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben der drei Gemeinden Niederndorf, Niederndorferberg und Rettenschöss pro 1893:
Ausgaben für Feuerlöschwesen pro 1893:
- dem Gott. Dornauer für Teich- und Spritzenaufsicht — 10 fl
- denselben für die Reinigung und Reparatur der Feuerspritze nach dem Brande in Ossenthal — 4 fl 20 kr
- dem Bräuwirte Joh. Fischbacher für das Führen der Spritze zum Brande in Ossenthal am 28. Juni — 5 fl
- denselben für 6 lt Fett zum Wasserteiche à 15 kr — 90 kr
- denselben für Bier, Käse u. Brot bei der Feuerspritzenprobe am 1. Mai — 4 fl 62 kr
- dem Binder Osw. Zandonella für Reparatur eines Fensters im Spritzenhause — 50 kr
- dem Maurermstr. Joh. Praschberger für Maurerarbeit am Wasserteiche — 6 fl 50 kr
- dem Schmiedmstr. Mich. Aukenthaler für Schmiedarbeit zum Teiche — 20 kr
- dem Alois Feller für Petroleum, Fett u. Drahtstifte u. zum Teiche — 2 fl 31 kr
Summe — 34 fl 23 kr. Hievon zahlt Niederndorf die Hälfte, Rettenschöss ein Viertel, Niederndorferberg ein Viertel.
Sonntag, 1. Juli 1894
Vertrag: „Die gefertigten Gemeindeausschüsse der 3 Gemeinden Niederndorf, Niederndorferberg und Rettenschöss beschließen hiemit, dass vom Jahre 1894 angefangen die Antheile am gemeinsamen Vermögen dieser 3 Gemeinden sowie an den gemeinsamen Auslagen in folgender Weise festgesetzt werden. … 1.) An den Feuerspritzen, an sämmtlichen Feuerlöschgeräthen, an der Feuerspritzhütte und am Wasserreservoir haben so wie bisher auch in Zukunft Niederndorf ½, Niederndorferberg ¼ und Rettenschöss ¼ Anteil und ebenso werden auch sämmtliche Neuanschaffungen, Reparaturen und sonstige Auslagen für das Feuerlöschwesen in diesem Verhältnisse bestritten.„
Den Vertrag unterschrieben die Vorsteher Wolfgang Kitzbichler, Niederndorf, Wolfgang Moser, Niederndorferberg, und Sebastian Praschberger (Schrolln), Rettenschöss, mit den anwesenden Gemeinderäten.
Sonntag, 10. Februar 1895
Bei der Gründung der Feuerwehr in Niederndorf gab es auch ein Mitglied aus Rettenschöss, es war der Schuhmachermeister Michael Oberhofer von Thalhäusl. Er war wohl der erste Feuerwehrmann aus Rettenschöss.
Sonntag, 9. Juni 1895
Im Cassabuch der Freiwilligen Feuerwehr wurden Unterstützungsbeiträge der Gemeinden Niederndorferberg und Rettenschöss von je 50 fl zur Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen und Geräten verbucht.
Sonntag, 8. September 1895
Der Gemeinderat stimmte der Anschaffung einer neuen Feuerspritze (in Niederndorf) zu, wenn die Auslagen 150 Gulden nicht übersteigen. In derselben Sitzung lehnte der Gemeinderat die Zahlung für einen zweiten Löschteich in Niederndorf ab, „weil die Gemeinde Rettenschöss nicht verpflichtet ist, für das ganze Dorf zu sorgen. Für Kirche, Pfarrhof und Lenzenhaus ist der alte Teich immer hinreichend genug.„
1895
Jahresrechnung — Feuerlösch- und Polizeiauslagen 61 K 47 h.
Sonntag, 29. März 1896
Der Gemeinderat beschloss, dass „zu dem in der Gemeinde Niederndorf aufgestellten Feuerwächter kein Beitrag geleistet wird und darf auf die Bestellung desselben im Fraktionskonto nicht verrechnet werden„.
August 1896
Abrechnung über die Kosten der Erbauung des den 3 Gemeinden Niederndorf, Niederndorferberg und Rettenschöss gehörigen Schlauchthurmes auf der Spritzhütte im August 1896:
Einnahmen: der Gemeinde Niederndorf, Wert des verwendeten Bauholzes 25 fl 50 kr; in Bargeld (Einnahme v. d. Versteigerung des Abfallholzes) 34 fl 50 kr; von der Gemeinde Niederndorferberg 30 fl; von der Gemeinde Rettenschöss 30 fl — Summe 120 fl.
Auslagen: Wert des verwendeten Bauholzes 25 fl 50 kr; Zimmermannsarbeit, 1 Baum u. 150 Bretter 73 fl 50 kr; Schmied-Conto 30 fl 10 kr; dem Jos. Baumgartner f. Laden u. eine Fuhr Sand 6 fl 40 kr; dem Alois Feller f. Drahtstifte 2 fl 15 kr; dem Alois Mussner f. Drahtstifte 74 kr; dem Joh. Praschberger f. 1½ Maurerschicht 2 fl 25 kr; dem Gottl. Dornauer f. 1 Schicht 1 fl; dem Joh. Fischbacher f. 8 lit. Bier beim Holzaushacken 96 kr — Gesamtkosten 142 fl 60 kr. Nach Abzug der Einnahmen 120 fl — Fehlbetrag 22 fl 60 kr.
Sonntag, 20. September 1896
Schreiben der Gemeindevorstehung Niederndorf an die Gemeindevorstehung in Rettenschöss: „Wie aus der beiliegenden Abrechnung über die Baukosten des den 3 Gemeinden gehörigen Schlauchthurmes auf der Spritzhütte zu ersehen ist, ergab sich ein Fehlbetrag von 22 fl 60 kr Ö. W. … Der Gemeindeausschuss von Niederndorf hat in der Sitzung vom 5. September die Bezahlung der Hälfte d. i. 11 fl 30 kr bewilligt; daher wird auch an die löbl. Gemeindevertretung von Rettenschöss das Ansuchen gestellt, das zufolge Vertrag vom 1. Juli 1894 betreffende Viertel von 5 fl 65 kr zu genehmigen und zu bezahlen.„
1896
Jahresrechnung — Ausgaben für den Schlauchturm 30 fl (wie oben erwähnt).
Freitag, 26. Februar 1897
Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben der drei Gemeinden Niederndorf, Niederndorferberg und Rettenschöss pro 1896 — Betreffend das Feuerlöschwesen im Jahre 1896:
- dem Josef Baumgartner für die Teich- und Spritzenaufsicht im Jahre 1895 und 1896 à 10 fl — 20 fl
- dem Maurermeister Joh. Praschberger für Maurerarbeit am Wasserreservoir nebst Cement — 11 fl 12 kr
- dem Schmiedmstr. M. Aukenthaler f. Schmiedarbeit zum Spritzenhaus u. zum Wasserreservoir — 4 fl 12 kr
- dem Jos. Baumgartner f. 1 Fuhr Sand zur Ausbesserung des Cementbodens im Spritzenhause u. der Teichmauer — 1 fl 50 kr
- Fehlbetrag der Rechnung über die Erbauung des Schlauchthurmes — 22 fl 60 kr
Summe 59 fl 34 kr. Aufteilung nach dem Vertrage vom 1. Juli 1894: Niederndorf die Hälfte, Niederndorferberg ein Viertel, Rettenschöss ein Viertel.
Sonntag, 9. Juli 1899
Der Gemeinderat beschloss die Übernahme des Anteiles von 31 % an der Erhaltung des Wasserreservoirs in Niederndorf „und zwar für den Teich, der am nächsten bei der Kirche und beim Widum ist„.
📜 Chronik 1900–1950
Vom Bezirksfeuerwehrverband bis zur Gründung der FF Rettenschöss am 30. Oktober 1921.
📜 Geschichte von 1900 bis 1950
Freitag, 6. April 1900
Der Tiroler Landes-Ausschuss schrieb an die Gemeindevorstehung in Rettenschöss:
„Aus dem dortigen, an die k. k. Bezirkshauptmannschaft Kufstein gerichteten und von dieser anher abgetretenen Schreiben vom 18. März 1900 Nr. 111 hat der Landes-Ausschuß mit Bedauern entnommen, daß die Gemeindevorstehung trotz des bereits intern 21. Februar 1896 Zl. 2592 ergangenen h. a. Erlasses noch der irrigen Anschauung befangen ist, durch gewöhnliche Petroleumlampen können in Ställen, weil dort alles feucht und naß sei, kein Brand verursacht werden.
Der Brief behandelt die Verpflichtung zu Sicherheitslaternen und endet mit dem Hinweis auf die Feuerpolizeiordnung und das Strafgesetz.
Samstag, 6. Oktober 1900
Feuerbeschau.
1900
Jahresrechnung — Feuerlösch- und Polizeiauslagen 17 K 60 h, davon für Feuerbeschau 10 K.
1901
Jahresrechnung — Feuerlösch- und Polizeiauslagen 17 K 65 h.
Samstag, 19. Oktober 1904
Feuerbeschau.
Montag, 12. Dezember 1904
Schreiben des Tiroler Landesausschusses an die Gemeindevorstehung von Rettenschöss betreffend feuerpolizeiliche Inspektion: Es wird die jährliche Feuerbeschau angemahnt, vierteljährige Reinigung der Schornsteine gefordert und die Anschaffung einer kleinen Spritze samt 100 m Schläuchen sowie ein Wasserreservoir in Rettenschöss angeordnet.
1904
Jahresrechnung — Feuerlösch- und Polizeiauslagen 22 K 56 h, davon Feuerbeschau 6 K.
Samstag, 25. März 1905
Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Niederndorf: Bezirksobmann Josef Egger richtete warme Worte an die Neben-Gemeinden Berg und Rettenschöss und forderte zur Anschaffung kleinerer Spritzen und Wasserreservoirs auf.
Mittwoch, 31. Mai 1905
Schreiben des Tiroler Landes-Ausschusses betreffend Errichtung des Wasserreservoirs in Rettenschöss und Berichterstattung binnen 2 Monaten.
Sonntag, 4. Juni 1905
Gemeinderatssitzung; „Es wurde beschlossen, vom Feuerwehr-Inspektor Josef Egger in Kufstein ein Spritze mit circa 700 Kr. und 100 Meter Schläuche ankaufen zu lassen.„
Samstag, 14. Oktober 1905
Für die Feuerspritze samt Handspritze 761 K 80 h bezahlt, für das Fuhrwerk 9 K und für das Herrichten der Pechhütte zu einer Spritzhütte für Simon Astner (Wirt) zusammen 13 K 20 h.
1905
Jahresrechnung — Feuerlösch- und Polizeiauslagen 845 K 33 h.
Samstag, 10. November 1906
Feuerbeschau.
1906
Jahresrechnung — Ausgaben für Feuerbeschau im Jahre 1906 10 K.
Montag, 29. Juli 1907
Schreiben des Landes-Ausschusses: strengstens aufgefordert, binnen längstens 14 Tagen das h. a. Dekret vom 6. Oktober 1906 Zl. 22269 betreffend Feuerpolizeiangelegenheiten eingehend zu beantworten.
Samstag, 14. September 1907
Schreiben des Landes-Ausschusses: das Wasserreservoir in Osenthal tatsächlich nun bis 1. Oktober l. Js. fertigzustellen.
Mittwoch, 6. November 1907
Schreiben des Landes-Ausschusses: feuergefährliche Kaminanlagen, „Zweifler„-Kamine, müssen saniert werden; Feuerbeschauprotokoll vorzulegen.
1907
Jahresrechnung — Feuerlösch- und Polizeiauslagen 29 K 24 h.
Donnerstag, 27. Februar 1908
Rechnung über die Auslagen der 3 Gemeinden Niederndorf, Rettenschöß und Niederndorferberg im Jahre 1907 — Feuerlöschwesen: Dem Zimmermeister Sebastian Buchauer für die Reparaturen bei den Wasserreservoiren 104 K 55 h, dem Johann Neuschmid von Ebbs für Reparatur des Hydrophors 15 K 90 h, dem Josef Gruber für Spritzen- und Teichaufsicht 20 K — Summe der Ausgaben 140 K 45 h. Aufteilung: Niederndorf die Hälfte, Rettenschöß ein Viertel, Niederndorferberg ein Viertel.
Samstag, 24. Oktober 1908
Feuerbeschau.
1909
Jahresrechnung — Feuerlösch- und Polizeiauslagen 28 K 7 h, davon Feuerbeschau 10 K.
Mittwoch, 9. Februar 1910
Brand des Daufensagls bei Schmidthal. Der Tiroler Grenzbote berichtete: „Rettenschöß, 10. Februar 1910. (Sägebrand.) Im Anschlusse an unseren letzten Bericht wird uns geschrieben. Gestern um ca. 8 Uhr früh kam in der im Schmiedtal hiesiger Gemeinde an der Konkurrenzstraße allein stehenden Säge des Sebastian Achorner von Durchholzen-Walchsee Feuer aus. … Nebst der Säge sind noch ungefähr 7000 Stück Faßböden, welche in derselben aufgestapelt waren, dem Feuer zum Opfer gefallen. Der Schaden wird auf ungefähr 5-6000 K geschätzt.„
Sonntag, 10. April 1910
Es wurden 30 m Saugschläuche zur Spritze angeschafft, sie kosteten 62 K 20 h.
Montag, 16. Mai 1910
Für die Lieferung der Schläuche wurden 64 h ausgelegt.
Donnerstag, 7. Juli 1910
Brand zu Harland. „Niederndorf. (Ein verheerender Brand) kam am Donnerstag nachmittags um ¾ 2 Uhr im Bauernhof des Michael Schwaighofer zum Harlander, Gemeinde Rettenschöss zum Ausbruch und zerstörte in verhältnismäßig kurzer Zeit das ganze Anwesen. Die Feuerwehren von Rettenschöß, Buchberg, Ebbs, Niederndorf und Walchsee beteiligten sich an der Löschaktion. … Die Entstehung des Brandes wird auf die Unvorsichtigkeit eines Pfeife rauchenden Knaben zurückgeführt.„
Sonntag, 10. Juli 1910
Ausgaben „für die Feuerwehr im Brand zu Harland Brot und Schnaps„ 13 K.
Samstag, 8. Oktober 1910
Kosten für Feuerbeschau 8 K, für den Vorsteher 4 K.
1910
Jahresrechnung — Feuerlösch- und Polizeiauslagen 94 K 27 h, davon entfielen auf die Feuerbeschau 8 K, für den Vorsteher 4 K, 30 m für die Schläuche zur Feuerspritze 62 K 20 h, Portoauslage für dieselben 64 h, für die Feuerwehr beim Brand zu Harland Refektionsauslagen bei Christine Astner (Wirt) 13 K.
Montag, 22. Mai 1911
Innsbrucker Nachrichten: Zum Brand in Niederndorf bei Kufstein wird uns von dort noch berichtet. Die Feuerwehren von Niederndorf, Ebbs, Buchberg, Rettenschöß, Erl und jene von Ober- und Niederaudorf in Bayern konnten das Vieh und einige Einrichtungsgegenstände retten.
Sonntag, 19. November 1911
Die Einweihung des Spritzenhauses. Am Vorabend wurde im Tiroler Grenzboten angekündigt: „Rettenschöß. (Einweihung des Spritzenhauses.) Am Sonntag, den 19. November findet die Einweihung des neuerbauten Spritzenhauses der Gemeinde Rettenschöß statt. Nach vorhergegangener Feuerwehrübung (nachmittags 2 Uhr) nimmt Herr Bezirks-Löschinspektor Egger mit der Gemeindevorstehung die Besichtigung vor, worauf die Walchseer Musikkapelle konzertiert. Abends ist Köstenball bei der Astnerwirtin.„
1911
Jahresrechnung — Feuerlöschwesen und Polizeiauslagen: Spritzenhausrechnung des Sebastian Buchauer, Zimmermeister — 148 K 35 h; Fuhrwerk und Kalk zur Spritzenhaus von Christian Schwaighofer — 45 K 50 h; Zwei Maurerschichten, Wolfgang Weihrer — 8 K; Schmiedrechnung des Michael Auckenthaler zum Spritzenhaus — 23 K 70 h; Sebastian Ritzer, 4 Feuerwehrstangen — 7 K; Feuerbeschaudiäten, Kaminfeger & Zimmermeister 6, Gemeindevorsteher 4 K — 18 K; Summe 250 K 55 h.
Dienstag, 20. Februar 1912
Rechnung über die Auslagen der 3 Gemeinden Niederndorf, Rettenschöß und Niederndorferberg im Jahre 1911: Der freiwilligen Feuerwehr Beitrag zur Reparatur des Hydrophor — 430 K. Dem Vitus Aigner für zwei Schichten bei Ausbesserung der Feuerhaken — 10 K. Demselben für Teichaufsicht — 20 K. Dem Maurermeister Thomas Brandauer für Arbeiten beim Wasserteich — 11 K 60 h.
Mittwoch, 12. Juni 1912
Schreiben der Bezirkshauptmannschaft an die Gemeindevorstehung in Rettenschöss: Bestimmungen zur Rauchfangkehrer-Pflicht und Strafandrohung bei Verweigerung.
Donnerstag, 10. Oktober 1912
Feuerbeschau.
1912
Jahresrechnung — Feuerlöschwesen: Für Feuerbeschau Kaminfeger Josef Anker, Zimmermeister Sebastian Aufhammer und Gemeindevorsteher 8+6+4 = 18 K; Schmiederechnung für Feuerhaken beschlagen Anton Neuschmid 11 K 60 h.
Sonntag, 31. August 1913
Beim 38. Bezirksfeuerwehrtag wurde festgestellt, dass die neugegründeten Feuerwehren Aschau, Rettenschöß und Mariastein „noch der Genehmigung harren„. (Tiroler Grenzbote vom 6. September 1913)
Montag, 20. Oktober 1913
Feuerbeschau.
Mittwoch, 3. Dezember 1913
Brand zu Oberwies. „Ebbs. … (Brand.) Am Mittwoch nachts brannte das den Wieser'schen Eheleuten in der Gemeinde Rettenschöß gehörige, ganz aus Holz gebaute Wohnhaus gänzlich nieder. Das Haus war schon längere Zeit unbewohnt, da die alten Eltern bei ihrer Tochter in Oberlangkampfen untergebracht sind. Man vermutet Brandlegung.„
1913
Jahresrechnung — Für das Feuerlöschwesen: Dem Kaminfegermeister Alois Anker für Feuerbeschau 8 K, dem Zimmermeister Seb. Aufhammer 6 K, dem Gemeindevorsteher 4 K; für Feuerlöschwesen in Niederndorf 73 K 76 h.
Sonntag, 17. Mai 1914
Protokoll der Gemeindeausschuss-Sitzung: „Punkt I. Betreff Feuerlöschkosten. … Die Feuerwehr des geschlossenen Dorfes Niederndorf würde in einem Brandfalle jedenfalls früher an Ort u. Stelle sein, als dies einer Feuerwehr in Rettenschöß möglich wäre. Daraus geht hervor, daß die Gründung und Erhaltung einer eigenen Feuerwehr für die Gemeinde Rettenschöß nicht nur gänzlich zwecklos wäre, sondern der Gemeinde, die ohnehin sehr belastet ist, nur große Auslagen u. Kosten verursachen. Der hohe Landesausschuß wird daher ersucht, daß von der Gründung einer eigenen Feuerwehr für die Gemeinde Rettenschöss abgesehen werden möge.„
Samstag, 12. September 1914
Brand beim Leitacker. „(Brand.) Am Samstag nachts brannte das Anwesen beim Gasthaus Primau stehende Leitacker-Anwesen des Bartlmä Rainer (derzeit Sicherheits-Wachmann in Kufstein) vollständig nieder. Da das Haus ganz aus Holz gebaut war und Wassermangel herrschte, war an eine Rettung nicht zu denken, obwohl alle Feuerwehren der Umgebung sofort anrückten. Auch die Feuerwehr Oberaudorf war erschienen. Die Entstehungsursache ist unbekannt.„
1914
Jahresrechnung — Für das Feuerlöschwesen: Der Feuerwehr für 19 l Bier 7 K 60 h, dem Maurermeister für Feuerbeschau 4 K, dem Gemeindevorsteher 3 K, Beitrag zum Feuerlöschwesen in Niederndorf 25 K 85 h.
Freitag, 12. Februar 1915
Rechnung über die Auslagen der Gemeinden Niederndorf, Rettenschöß und Niederndorferberg im Jahre 1914: Einnahmen: für 37 ausgehobene und verkaufte Eisenröhren beim unteren Wasserreservoir 37 K. Ausgaben: 1.) dem Vitus Aigner für Teichaufsicht 20 K, 2.) für den Ankauf von 6 Strahlrohren für die Feuerwehr laut Rechnung 120 K 40 h. Abgang 103 K 40 h.
Freitag, 22. Oktober 1915
Feuerbeschau.
1915
Jahresrechnung — dem Kaminfegermeister Anker 12 K und dem Gemeindevorsteher 6 K für Feuerbeschau.
Montag, 6. November 1916
(1½ Tage) Feuerbeschau.
1916
Jahresrechnung — Für das Feuerlöschwesen: dem Kaminfeger 12 K und Gemeindevorsteher 8 K für Feuerbeschau.
Mittwoch, 6. November 1918
Feuerbeschau.
1918
Jahresrechnung — Für das Feuerlöschwesen: für 2½ kg Vaselin zur Feuerspritze 12 K, dem Kaminfegermeister Alois Anker für Feuerbeschau 40 K.
Samstag, 24. Jänner 1920
Gemeinderatssitzungsprotokoll: „Punkt 11) Antrag auf Einführung der Bestimmung, daß zu den Feuerwehrübungen von jedem Haus einer zu gehen hat. Wird beschlossen, daß von jedem Haus einer zu den Feuerwehrübungen zu gehen hat. Unentschuldigtes Fernbleiben wird mit 6 Kronen zugunsten der Wehrkasse geahndet.„
Samstag, 1. Jänner 1921
Brand beim Thalbauern. „(Schadenfeuer.) Am Neujahrstag brach in den Abendstunden im Anwesen des Thalbauern (zwischen Primau und Fuchsanger) in der Gemeinde Rettenschöß ein Brand aus, der das ganze Wohnhaus in Asche legte. … Fünf Feuerwehren erschienen, und zwar als erste Buchberg, dann Rettenschöß, Durchholzen, Niederndorf und Walchsee. Die Feuerwehr Buchberg und Rettenschöß arbeiteten mit ihren Spritzen äußerst zielbewußt und wacker.„
Der Schaden wurde auf etwa 500.000 Kronen geschätzt. Verursacher war ein 12-jähriger Bub, der mit einer brennenden Kerze in einer Werg-Kammer herumfuchtelte.
Dienstag, 13. September 1921
Schreiben des Tiroler Landesrates an das Bürgermeisteramt Rettenschöss: „Das Bürgermeisteramt wird nun beauftragt, die Ortsbewohner durch Aufrufe für eine freiw. Feuerwehr zu gewinnen, da nur durch eine solche ein geordnetes Zusammenwirken bei Feuergefahr erreicht wird. …
Sonntag, 9. Oktober 1921
Gemeinderatssitzungsprotokoll: „… Ferner wird als Gründungstag einer freiwiligen Feuerwehr der 30. Oktober bestimmt, Ort: Gasthof Rettenschöß.„
🛡️ Sonntag, 30. Oktober 1921
Feuerwehrgründungsprotokoll. Aufgenommen am 30. Oktober 1921 beim Gasthof Rettenschöss in Anwesenheit des Bürgermeisters Schwaighofer, sämtlicher Gemeinderatsmitglieder, sowie 32 Hausbesitzer und alle noch hier wohnenden wehrfähigen Männer.
„Der Bürgermeister eröffnete um 2 Uhr die konstituierende Versammlung, begrüßte die Erschienenen und dankte ihnen für ihr zahlreiches Erscheinen. … Nach ½-stündiger Debatte wurde zur Wahl der Chargen geschritten, und zwar auf einstimmigen Wunsch per Akklamation gewählt:
- Buchauer Peter — Hauptmann
- Astner Simon — Hauptmann-Stellv.
- Schwaighofer Christian — Schriftführer u. Kassier
- Achorner Josef — Steigerkmd.
- Schwaighofer Anton — Steigerkmd.-Stellv.
- Fahringer Johann — Spritzenkmd.
- Kröll Alois — Spritzenkmd.-Stellv.
- Laiminger Johann — Schlauchkmd.
- Fankhauser Josef — Schlauchkmd.-Stellv.
- Mahdl Michael — Sanität
- Pfeiffer Georg — Hornist
- Gschwendtner Josef — Hornist
Mitgliedsbeitrag 160 Kronen für Besitzer, alle anderen 20 Kronen pro Jahr, unentschuldigtes Fernbleiben von Übungen wird mit 100 Kronen geahndet.
Sonntag, 13. November 1921
In Anlehnung an die Feuerpolizei- und Feuerwehrordnung für Tirol vom 28. November 1881, LGBl. 36, wurden die Statuten der Freiwilligen Feuerwehr Rettenschöss vom Gemeinderat und Feuerwehrausschuss einstimmig angenommen.
Sonntag, 23. April 1922
Für diesen Tag wurde die erste Feuerwehrübung angesetzt.
Sonntag, 21. Mai 1922
Bei der ersten Hauptversammlung wurde auch der Kassenbericht vorgelegt: Einnahmen von 14.015 Kronen standen Ausgaben von nur 25 Kronen gegenüber.
Samstag, 15. Juli 1922
Für den Ernstfall waren bereits Ausrüstungsgegenstände vorhanden. Der Ausschuss genehmigte an diesem Tag den Kauf von zwei Feuerhaken.
Sonntag, 3. September 1922
Teilnahme an der Fahnenweihe der Feuerwehr Niederndorf mit 15 Mann.
Mittwoch, 13. Dezember 1922
Bei der Gemeinde wurden weitere Ausrüstungsgegenstände beantragt: eine Garnitur Steigerausrüstung, eine Steigerleiter, vier Wassereimer und eine Laterne.
Sonntag, 29. Juli 1923
Der erste ausführliche Übungsbericht: Beim angenommenen Brandstelle beim Hupfen/Rettenschöss war der Kommandant Buchauer nicht zufrieden. Es dauerte sieben Minuten bis Wasser gegeben wurde, die Schlauchlinie verlief ungünstig und die Aufstellung war „ganz und gar verkehrt„. Während der Übung wurde geraucht!
Sonntag, 16. März 1924
Der Ausschuss forderte 100 m Schläuche, „damit man überall hinlangt„ und einen eigenen Wagen.
Sonntag, 27. April 1924
Mit der Arbeit des ersten Ausschusses war man sichtlich zufrieden, alle wurden einstimmig wiedergewählt.
Sonntag, 20. Juli 1924
Wie aus den Übungsberichten hervorgeht, lagen die angenommenen Brandobjekte immer in der Ortschaft Rettenschöss, diesmal beim Kloo. An diesem Tag zählte die Feuerwehr 78 Mitglieder, bei der Übung waren 38 anwesend.
Sonntag, 12. Oktober 1924
„Mit heutiger Übung kann die neue bzw. umgebaute Spritze auf Wagen zur Anwendung, welche sich auch als praktisch erwies …„ Zum Zeitpunkt der großen Geldentwertung kostete das Umbauen 5 Millionen Kronen. Man rückte nach Osenthal zur Übung aus. Leider war zu diesem Zeitpunkt das dortige Wasserbassin fast trocken und verschmutzt.
Sonntag, 10. Mai 1925
In Niederndorf fand die übliche Florianifeier statt. Es beteiligte sich auch die Feuerwehr von Rettenschöss. Angenommenes Brandobjekt war der Gradl-Stall.
Sonntag, 17. Mai 1925
Josef Tischler aus Häring erschien stellvertretend für den erkrankten Löschinspektor Egger zur Inspektion. Die erste Inspektion seit Gründung fiel lobend aus. Aufgefordert wurde, für die Fraktion Feistenau 2 Bassins anzulegen.
Mittwoch, 15. Juli 1925
Erster Einsatz bei einem Großbrand seit Gründung — Bauernhof Au am Berg. 14 Mann waren nach nur 32 Minuten sogar als erste am Brandplatz. Im „Tiroler Grenzboten„ wurden die Feuerwehrleute für die fleißige und wackere Arbeit gelobt.
Sonntag, 19. Juli 1925
Mit einer 54 Mann starken Feuerwehr beteiligte sich Rettenschöss bei der 50-Jahr-Feier der Ebbser Feuerwehr.
Mittwoch, 19. August 1925
Um vier Uhr morgens folgten 15 Mann dem Alarm zum Brand nach Walchsee. Ein Einsatz war zu spät und daher nicht mehr notwendig.
Montag, 14. September 1925
10 Mann eilten zum brennenden Stadl von Steinhäusl am Niederndorferberg. Sie kehrten schon bei der Thalhäusl-Brücke um, weil der Stadl bereits niedergebrannt war.
Mittwoch, 14. Oktober 1925
Der Einsatz zum Kaminbrand zu Wildbichl war nicht mehr notwendig, die 10 ausgerückten Feuerwehrmänner kehrten im Ritzgraben um.
Sonntag, 18. Oktober 1925
Niederndorferberg gründete nun auch eine Feuerwehr. Es nahmen bei der Gründungsversammlung sogar 6 Mann unserer Wehr teil.
Sonntag, 9. Mai 1926
Nach der Florianifeier der drei Gemeinden fand eine Übung statt, bei der die Kirche selbst als angenommenes Brandobjekt diente.
Montag, 10. Mai 1926
Ein Blitz ohne Zündung fuhr beim Briggl in den Kamin und anschließend in die Wohnstube. Die anwesenden Familienmitglieder waren dadurch sehr benommen, die alte Mutter bewusstlos. St. Florian war gnädig, es blieb zum Glück nur beim zerstörten Kamin und bei zerbrochenen Fensterscheiben.
Sonntag, 4. Juli 1926
Die erste Großübung der Feuerwehren auf Rettenschösser Boden fand in der Primau statt. Es beteiligten sich die Feuerwehren Buchberg, Niederndorf, Niederndorferberg, Rettenschöss und die Kufsteiner entsandten eine Motorspritze. Leider verletzte sich Georg Schmid, Knecht zu Harland, mit dem Böller; er musste in das Krankenhaus Kufstein gebracht werden.
1926
In der Aufstellung über den technischen Stand der Feuerwehren im Bezirk standen für die 67 Mitglieder der Feuerwehr Rettenschöss zur Verfügung: 6 Reservoire, 60 Brunnen, 4 „Minimax„ und 28 andere Handlöscher, 1 Spritze mit Kasten, 2 Trag- und 3 Buttenspritzen, 120 m Schläuche, 12 Gewinde, 8 Saugschläuche, 6 Wassereimer, 6 Fackeln, 1 Laterne, 6 Pickel, 2 Signalhörner und 1 Magazin (Spritzenhaus).
Sonntag, 2. Jänner 1927
Erster Großbrand in der eigenen Gemeinde — Brand beim Karl in Pötting, beim Kommandant Peter Buchauer selbst. Die Magd bemerkte um ½ 9 Uhr den Brand. Die Bäuerin vom Hupfen in Pötting rettete sofort die Tiere aus dem Stall, Paul Jäger und der Hupfen-Knecht schlugen Alarm. Da viele Kameraden in der Kirche waren, konnten sie nicht rasch genug herbeieilen. Die Brandbekämpfung beschränkte sich auf die Sicherung des Hofes Hupfen. Die Magd wurde schuldig gesprochen, den Brand gelegt zu haben.
Sonntag, 1. Mai 1927
Die Wachsamkeit und Aufmerksamkeit vieler Feuerwehrmänner hatte auch zur Folge, dass man stets zum Einsatz bereit ist. Bei einem vermuteten Brand in der Nachbargemeinde stellte sich heraus, dass der Brandherd am weit entlegenen Audorfer Berg lag.
Sonntag, 31. Juli 1927
Die Feuerwehrübung zu Fuchsanger war Anlass zur Ehrung von Johann Stadler, der dort wohnhaft war. Er war 25 Jahre Mitglied der Feuerwehr.
Sonntag, 9. Oktober 1927
Ein Kaminbrand in der Waschküche zu Unterwies sorgte für einen Einsatz. Der Brand konnte noch vor Eintreffen der Feuerwehr gelöscht werden.
Sonntag, 19. Februar 1928
Die Wahl beim Rettenschösser Wirt:
- Astner Simon, Wirt — Hauptmann
- Achorner Josef, Grill — Stellvertreter
- Schwaighofer Christian, Harland — Schriftführer und Kassier
- Laiminger Johann, Untermaried — Steigerkommandant
- Fahringer Johann, Burger — Spritzenkommandant
- Buchauer Peter, Karl/Pötting — Schlauchkommandant
- Mahdl Michael, Schneider — Sanitäter
- Praschberger Johann, Holzweg — Hornist
- Käser Stefan, Hupfen/Rettensch. — Zeugwart
Sonntag, 15. April 1928
Kein geringerer als der Obmann der Wiener Freiwilligen Feuerwehren, Robert Peller, hielt im Gasthaus Primau von sechzig Zuhörern einen Vortrag über das Feuerwehrwesen.
Montag, 23. Juli 1928
Der Mühlberger-Stadl, Niederndorferberg, brannte nach einem Blitzschlag ab. Ein Einsatz war für unsere Feuerwehr nicht mehr notwendig.
Sonntag, 3. März 1929
Die Vollversammlung entschied über die Kehrzeiten durch den Rauchfangkehrer. Für 31 Häuser wurde die ¼-jährliche und für 12 die zweimonatliche Kehrung bewilligt.
Dienstag, 31. Dezember 1929
Noch gerade rechtzeitig konnte der Kaminbrand zu Ank gelöscht werden, die Holzwand und die Dachbalken waren bereits angebrannt. „Die im Frühjahr eingestellten Wassereimer haben sich hier bestens bewährt.„
Mittwoch, 19. März 1930
Es galt beim Großbrand beim Schopferwirt in Walchsee, das nahe gelegene Schulhaus und die anderen Nachbargebäude zu schützen. Acht Feuerwehren waren an der Brandbekämpfung beteiligt.
Dienstag, 8. April 1930
Ein grausiges Bild bot der Brand der Höfe Vorder- und Hinterschachen am Niederndorferberg. Die hundert Feuerwehrleute von Niederndorferberg, Niederndorf, Buchberg und Rettenschöss hatten mit Wassermangel zu kämpfen.
Mittwoch, 11. Juni 1930
Der dritte Großbrand innerhalb von drei Monaten in unserer Umgebung war beim Kaiserer, nahe an der Gemeindegrenze gelegen. Josef Ritzer vom Hupfen in Pötting wurde so von einem Dachbalken getroffen, dass er von einem anwesenden Münchner Arzt sofort versorgt und dann in das Krankenhaus gebracht werden musste.
Samstag, 8. Februar 1931
Bei der zehnten Jahreshauptversammlung wurde der gesamte Ausschuss wieder gewählt.
Mittwoch, 8. April 1931
Zehn Feuerwehren, darunter die von Rettenschöss, fanden sich bei der Bekämpfung des Brandes beim Pauln in der Au, Niederndorf, ein.
Sonntag, 25. Oktober 1931
Zum 10. Jahrestag fand nach einer Übung eine außerordentliche Vollversammlung statt. Dabei wurde in ausführlicher Weise ein Tätigkeitsbericht der letzten zehn Jahre niedergeschrieben.
Sonntag, 3. Jänner 1932
Der Schriftführer Christian Schwaighofer verabschiedete sich schriftlich von seiner Tätigkeit. Am nächsten Tag übernahm Peter Buchauer die Schriftführerstelle.
Sonntag, 21. Februar 1932
Ein Einsatz für den Brand beim Grund in Walchsee war nicht mehr notwendig, das Gebäude konnte nichts mehr gerettet werden.
Mittwoch, 9. Juni 1932
Knapp nach Mitternacht folgten 17 Mann dem Alarmblasen, es brannte zu Reisch am Buchberg.
Donnerstag, 6. April 1933
38 Mann erschienen beim Zimmerbrand zu Stauding, den aber die Hausbewohner bereits gelöscht hatten.
Sonntag, 18. Februar 1934
Einen großen Wechsel brachte die Wahl:
- Baumgartner Wolfgang, Grafen — Hauptmann
- Buchauer Wolfgang, Weber — Stellvertreter
- Wegmayr Friedrich, Schulhaus — Schriftführer
- Fankhauser Josef, Aigner — Steigerkommandant
- Mahdl Michael, Schneider — Spritzenkommandant
- Höllwarth Sebastian, Ritzermühl — Schlauchkommandant
- Schrödl Sebastian, Flecken — Hornist
- Praschberger Johann, Holzweg — Hornist
- Käser Stefan, Hupfen/Rettensch. — Zeugwart
- Koidl Josef, Mauserhäusl — Zeugwart
Sonntag, 6. Mai 1934
Rupert Staffner, Untermaried, wurde nun Schriftführer, auch die Kassierstelle übernahm er.
Sonntag, 25. November 1934
Die Motorspritze rückte näher, der Gemeinderat beschloss den Kauf.
Sonntag, 3. März 1935
Der ausführliche Beschluss und die Bestellung der Motorspritze Type Rosenbauer R 45 zum Preis von 4700 Schilling wurde im Beisein von mehreren Feuerwehrfunktionären des Bezirkes gefasst und bei der Firma Grassmayr, Innsbruck, bestellt.
Sonntag, 17. März 1935
Bei der Hauptversammlung wurde Josef Staffner, Untermaried, zum zweiten Hornisten gewählt.
Dienstag, 14. Mai 1935
Fünf Stunden lang dauerte die Übergabe der Motorspritze samt Unterweisung in der Handhabung.
1935
Gleichzeitig mit der neuen Motorspritze dürfte der Löschzug Ritzgraben gegründet worden sein. Eine Handdruckspritze wurde dorthin verlegt.
Sonntag, 21. Juli 1935
Die Weihe der Motorspritze fand in einem bescheidenen Rahmen statt. Kooperator Zwicknagl hatte dazu ein paar nette Worte übrig. Danach fand eine Übung statt.
Sonntag, 6. Oktober 1935
Die Feuerwehr Buchberg feierte das 25-jährige Bestehen. Mit den jubilierenden Nachbarn wurde der Einsatz der neuen Motorspritze geprobt.
Sonntag, 2. Februar 1936
Der erste Kameradschaftsabend fand am Lichtmesstag im Gasthaus Fuchsanger statt. Johann Stadler wurde zum 40-jährigen Jubiläum geehrt.
Sonntag, 1. März 1936
Bei der Vollversammlung fand eine Ergänzungswahl statt.
- Mair Kosmas, Oberegart — Steigerkommandant
- Himberger Johann jun., Stadler — Spritzenkommandant
- Lanzinger Martin, ? — 1. Strahlrohrführer
- Schwaighofer Christian, Harland — 2. Strahlrohrführer
- Buchauer Simon, E-Werk/Zentrale — Sanitäter
Es wurde der Feuerwehrvorspann bestimmt: Riederbauer samt Wagen und Burger.
Dienstag, 2. Juni 1936
Die erste Dekorierung für die Gründungsmitglieder fand vor einer Übung statt. Auffällig war der hohe Mitgliederstand mit hundert Feuerwehrleuten und die zahlreichen Eintritte im Jahre 1936.
Donnerstag, 6. August 1936
Die Feuerwehr nahm Abschied von ihrem Gründer Christian Schwaighofer, Harland, und ehemaligem Bürgermeister. Er starb am 3. August.
Sonntag, 14. Februar 1937
Die Wahl ergab folgende Zusammensetzung:
- Josef Achorner, Grill — Hauptmann
- Baumgartner Wolfgang, Außerfeld — Stellvertreter
- Staffner Rupert, Untermaried — Schriftführer und Kassier
- Mair Kosmas, Oberegart — Steigerkommandant
- Mahdl Michael, Schneider — Spritzenkommandant
- Höllwarth Sebastian, Ritzermühl — Schlauchkommandant
- Buchauer Simon, E-Werk/Zentrale — Sanitäter
- Buchauer Josef, Grafen — Hornist
- Habinger Hugo, Karl/Miesberg — Ordonnanz
- Käser Stefan, Hupfen/Rettenschöss — Zeugwart
- Mauracher Wolfgang, Mannastätt — Abteilungsführer Ritzgraben
- Danner Simon, Scherer — Zeugwart Ritzgraben
Donnerstag, 6. Mai 1937
Die Florianifeier in Niederndorf begann mit der üblichen Messfeier, ihr folgte eine Übung der drei Feuerwehren und abschließend ein Lichtbildervortrag über die Brandbekämpfung.
Mittwoch, 15. September 1937
Mit der Dachglocke von Untermaried wurde zum Ernstfall beim nahegelegenen Bauernhaus zu Kitzbichl, Gemeinde Walchsee, gerufen. Wassermangel und der Höhenunterschied erschwerten den Einsatz der Feuerwehren Walchsee und Rettenschöss.
Sonntag, 17. Oktober 1937
Die Feuerwehr bestellte 200 m Schläuche.
Sonntag, 24. Juli 1938
Der Löschzug Ritzgraben hatte an diesem Tag eine Übung.
Samstag, 28. Jänner 1939 und Sonntag 29. Jänner 1939
Die Feuerwehr übernahm die Aufgabe zur Sammlung für das Winterhilfswerk.
Donnerstag, 2. Februar 1939
Im Gasthaus Wildbichl fand die Gründung des Löschzuges Ritzgraben-Gränzing statt. Die Feuerwehrkameraden der beiden Ortsteile blieben weiterhin Mitglieder der Feuerwehren Niederndorferberg und Rettenschöss.
Sonntag, 23. April 1939
Peter Resch wurde als Schlauchkommandant bestellt.
Samstag, 16. Dezember 1939
Gegen Mitternacht gab es Alarm im „Doktor-Haus„ in Niederndorf. Der Einsatz unserer Motorspritze war nicht mehr notwendig.
Donnerstag, 30. Dezember 1939
Die Motorspritze, 560 m Schläuche und das gesamte Feuerwehrzubehör wurde an Bürgermeister Johann Praschberger (Holzweg) übergeben. Von da an gab es bis zum Kriegsende keinen gewählten Feuerwehrausschuss; Josef Achorner blieb aber vorerst „Wehrführer„.
Montag, 16. März 1942
Der Brand zu Schmidthal ist bei der Feuerwehr Rettenschöss nicht schriftlich belegt. Beim Einsatz der Durchholzner Gruppe und der Walchseer Feuerwehr waren besonders viele Frauen dabei.
Dienstag, 25. August 1942
Stefan Käser, Hupfen/Rettenschöss, wurde zum Führerlehrgang bestimmt, diese Aufgabe übernahm schließlich Johann Fahringer, Burger. Beschluss: bei Hugo Pichler, Schmiedmeister in Niederndorf, einen Feuerwehrwagen zu bestellen.
Donnerstag, 13. Mai 1943
Das Feuerlöschwesen der Gruppe „Ritzgraben-Wildbichl„ wurde im Gasthaus Wildbichl geregelt. Die Gemeinde Niederndorferberg stellt eine „genormte Kraftspritze„ samt Gruppenausrüstung und Uniformierung.
Donnerstag, 1. Juli 1943
An diesem Tag wurde Johann Fahringer offiziell zum Wehrführer der Feuerwehr Rettenschöss ernannt.
Dienstag, 26. Dezember 1944
Sehr gezeichnet war die Vollversammlung vom Weltkrieg; es fehlten viele Feuerwehrkameraden. Statt 60 bis 80 waren nur mehr 20 für einen Einsatz hier. Dagegen war als Lichtblick zu vermelden, dass nach dauernden Bitten der Gerätewagen im Juli 1944 geliefert wurde.
Sonntag, 28. April 1946
Eine Fülle von Tagesordnungspunkten bot die Vollversammlung zum 25-jährigen Bestand der Feuerwehr. Rupert Staffner wurde wieder Schriftführer. Nach den langen Entbehrungen durch den Krieg kam neuer Schwung in die Feuerwehr.
Sonntag, 13. November 1949
Ein schöner Herbsttag, den unsere kleine Wehr nicht so gleich vergessen sollte, war die Einweihung des neuen Gerätehauses. Abordnungen der Gemeinden Buchberg, Niederndorf und Niederndorferberg nahmen daran teil. Kooperator Zwicknagl segnete das neue Haus. Von diesem Tag stammt auch das Mannschaftsbild für die Feuerwehren des Bezirkes Kufstein.
📅 Chronik ab 1950
Einsätze, Übungen, Wahlen und Ereignisse der FF Rettenschöss seit 1950.
📅 Feuerwehrgeschichtliches ab 1950
Dienstag, 14. Februar 1950
Ein Kaminbrand zu Untergreider konnte noch rechtzeitig von den Haus- und Nachbarsleuten gelöscht werden. Ein eingemauerter Holztram löste bei einem fast neuen Kamin den Brand aus. Die Feuerwehr übernahm mit 4 Mann eine stundenlange Feuerwache. Die Glocken der Antoniuskapelle halfen bei der Alarmierung mit.
Sonntag, 10. September 1950
Bei Stadler fand eine Gemeinschaftsübung der Feuerwehren Buchberg, Durchholzen, Walchsee und Rettenschöss statt.
Donnerstag, 13. November 1952
Eine Holzknechthütte nahe Stauding brannte ab. Mit dem Gendarmerieposten Walchsee wurde dort zwei Tage später eine Branderhebung durchgeführt.
Sonntag, 1. März 1953
Es vergingen 16 Jahre bis zu einer offiziellen Wahl der Funktionäre in der Feuerwehr Rettenschöss. Johann Fahringer, Burger, blieb weiterhin Kommandant, Stellvertreter wurde Nikolaus Käser, Hupfen/Rettenschöss. Schriftführer und Kassier blieb Rupert Staffner, Untermaried.
Sonntag, 14. Juni 1953
Nach Mitternacht stand Holzweg in Flammen. Beim „Glockenalarm„ beim Riederbauer riss der Glockenstrick der Hausglocke. Mittlerweile war schon von 5 Männern und einer Frau die Schlauchleitung gelegt. Es dauerte nur fünf Minuten bis zwei Strahlrohre zum Einsatz kamen. Bei der Löschaktion war auch die Feuerwehr Buchberg vorbildlich dabei. Der Wohnungsinhalt konnte zum Großteil gerettet werden. Der Landesfeuerwehrkommandant dankte dem Kommando der Feuerwehr Rettenschöss für die vorzüglich geleistete Arbeit.
Sonntag, 8. Mai 1955
An einem wunderschönen Tag wurde die Fahne der Feuerwehr Rettenschöss geweiht. Kooperator Peter Zwicknagel weihte die Fahne vor dem Kriegerdenkmal. Im Beisein der Fahnenmutter Maria Wetscher und der Fahnenpatin Emma Huber wurde der Feuerwehr Rettenschöss die neue Fahne übergeben. Schriftführer Rupert Staffner stellte fest, dass der Tag der Fahnenweihe wohl der schönste Tag unserer Feuerwehr seit der Gründung war.
Wer kennt event. die 2 Diandln und den Kameraden!?
Samstag, 1. Juni 1957
Für die Feuerwehr Rettenschöss gab es einen bedeutenden Fortschritt: Ein „Jeep„ wurde in Innsbruck gekauft.
Sonntag, 26. Jänner 1958
Johann Fahringer, Burger, blieb auf Grund der Wahl weiterhin Kommandant. Stellvertreter wurde Josef Ritzer, Hupfen/Pötting. Rupert Staffner blieb Schriftführer und Kassier.
Samstag, 30. Oktober 1971
Pünktlich zum 50. Jahrestag fand im Gasthaus Primau ein Kameradschaftsabend statt. Stefan Käser vom Hupfen/Rettenschöss wurde für 60 (!) Jahre Dienst am Nächsten in Rettenschöss geehrt.
Samstag, 21. Oktober 1972
Zum ersten Mal ertönt in Rettenschöss eine Sirene. Es gab viel Gesprächsstoff über den Standort Kloo in der Ortschaft Rettenschöss.
Sonntag, 16. September 1973
Das Vorhaben vom Sommer 1973 der jungen Gruppe, ein Gipfelkreuz am Wandberg aufzustellen, wurde mit großer Anerkennung aufgenommen. Pfarrer Johann Schillinger weihte das Kreuz unter großer Beteiligung.
Sonntag, 15. September 1974
Die erste Bergmesse beim 1973 aufgestellten Gipfelkreuz fand statt. Von da an wurde die Bergmesse ein fester Bestandteil im Jahreslauf.
Freitag, 2. Juli 1976 bis Sonntag, 4. Juli 1976
Zum ersten Mal veranstaltete unsere Feuerwehr ein Fest. Der Festplatz lag beim ehemaligen Schotterwerk Primau.
Dienstag, 27. März 1979
Das neue Feuerwehrauto traf ein; es war ein Volkswagen LT 40 mit vollständiger Ausrüstung.
Freitag, 8. August 1980 bis Sonntag, 10. August 1980
Das Feuerwehrfest stand im Zeichen der Fahrzeug- und Spritzenweihe mit Feldmesse. Viele Ehrengäste und Feuerwehrkameraden nahmen daran teil, auch die Feuerwehr von Hohenschäftlarn folgte der Einladung.
Montag, 4. November 1984
Ein lang herbeigesehnter Wunsch wird wahr: ein neues Feuerwehrhaus. Adolf Mayer, Kloo, verkaufte ein passendes Grundstück an die Gemeinde. Beim Bau herrschte so gute Zusammenarbeit, dass das Gebäude schon innerhalb einer Woche im Rohbau stand.
Sonntag, 14. September 1986
Auf diesen Tag wartete die Bevölkerung von Rettenschöss schon lange: Die Einweihung des Feuerwehrhauses. Bürgermeister Johann Fankhauser und Kommandant Rudolf Baumgartner konnten bei herrlichstem Wetter zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Der Bau kostete etwa 3 Millionen Schilling.
Samstag, 7. Mai 1988
Gruppenkommandant Stefan Himberger errang das goldene Leistungsabzeichen! Als erster der FF-Rettenschöss!
Freitag, 14. Juni 1991 bis Sonntag, 16. Juni 1991
Acht Feuerwehren folgten der Einladung zur 70-Jahr-Feier der Feuerwehr Rettenschöss.
Freitag, 24. Jänner 1992
Emsig gearbeitet hatten die Feuerwehrkameraden am Ausbau des Schulungsraumes im Obergeschoß des neuen Feuerwehrhauses. Er wurde an diesem Tag feierlich eingeweiht. Der Raum steht auch für Vorträge, Veranstaltungen und Kurse für alle Rettenschösser zur Verfügung.
Freitag, 28. April 1995
Das Tanklöschfahrzeug „TLF A 1500„ traf von der Firma Lohr, Steiermark ein.
Samstag, 29. Juni 1996
Beim Leistungswettbewerb erreichte Rettenschöss sogar den 2. Rang bei den „Silbernen„!
Freitag, 15. August 1997
Aufregende Tage beim „Schürzenjäger„-Konzert in Walchsee. Kommandant Himberger berichtete über einen Vorfall im ORF.
Samstag, 12. August 2002
Alarm um 05.50 Uhr, heftige Niederschläge verursachten Hochwasser, 14 Mann bis Mittag im Einsatz. 30 Sandsäcke wurden noch nach Kössen geliefert!
19. Jänner 2007
01.00 Uhr Alarm, Sturm Kyrill. Im gesamten Gemeindegebiet waren Bäume umgestürzt, Dächer beschädigt. Bis 13.00 Uhr waren 10 tapfere Kameraden im Einsatz.
01. August 2008
Sturm „Emma„ beehrte auch unsere Gemeinde. 10 Kameraden beheben Sturmschäden, im Einsatz bis 18.00 Uhr.
21. August 2008
Großbrand beim Lippenbauer in Walchsee! 23 Mann unserer Feuerwehr waren im Einsatz. Schwerer Atemschutz musste von vorne ins Dachgeschoß vordringen und ein Übergreifen des Feuers auf das Wohnhaus verhindern. Wiederum trauriges Detail: „Brandstiftung„.
23. August 2008
Alarm um 05.40 Uhr zu einem schweren Verkehrsunfall beim Gasthaus Fuchsanger. Leider starben noch 2 Personen im Krankenhaus an den Verletzungen.
🚒 Unsere Aufgaben heute
- Brandbekämpfung
- Technische Hilfeleistung
- Wasserdienste
- Brandschutz-Aufklärung
- Jugend- und Nachwuchsarbeit
- Kameradschaftspflege und Brauchtum
👤 Das Kommando
Kommandant: Andreas Fankhauser
Die Führung der Wehr koordiniert Einsätze, Übungen und Veranstaltungen. Bei Interesse an einer Funktion oder Mitarbeit kannst du uns jederzeit kontaktieren.
📖 Danke für Ihr Interesse an der Geschichte der FF Rettenschöss.